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Deutsche Marine

Auf dieser Seite finden sich von unserem Redakteur Klaus Mommsen zusammengestellte Nachrichten aus und zu Marinen aus aller Welt, die  wegen des frühen Redaktionsschlusses und meist auch nur kurzfristiger Aktualität in der gedruckten Ausgabe des MarineForum in der Regel nicht erscheinen.

Abhängig vom Nachrichtenaufkommen sind wir bemüht, die Seite  etwa wöchentlich zu aktualisieren.

Zusätzlich haben wir auf dieser Seite (rechts) einige Links zu  Websites aufgenommen, die interessierten Lesern direkten Zugang zu weiteren aktuellen Nachrichten aus Marinen anderer Nationen bieten (für Nachrichten aus der Deutschen Marine bitte den animierten Link auf der linken Seite nutzen).

U.S. Navy

Royal Navy

Französische Marine


Beim in den USA produzierten Internet-Marine-Nachrichtenmagazin SeaWaves findet sich eine Seite, auf der - weltweit - geplante Schiffsbesuche (auch deutscher Einheiten !) detailliert aufgelistet sind.


aktualisiert am 13. Juli 2008

nächste Aktualisierung - voraussichtlich -  am 20. Juli 2008


PIRATERIE

Piraterie – vor allem am Horn von Afrika – war in den letzten Monaten mehrfach Thema im MarineForum, sowohl in Druckausgaben als auch in dieser Internet-Seite. Aktuelle Diskussionen lassen in Verbindung mit Resolution 1816 des UN-Sicherheitsrates einen klaren Trend erkennen, Piraterie mit Seestreitkräften in einem internationalen Ansatz effektiv zu bekämpfen. Auch Deutschland wird sich hier nach unserer Meinung nicht mehr lange verweigern können.

Um unseren Lesern die Möglichkeit zu geben, die zu erwartende, teils ja auch schon begonnene Debatte fachkundig verfolgen zu können, stellen wir in unserer Internet-Rubrik DAUERBRENNER Hintergrundmaterial zu diesem Thema ein.


FRANKREICH

Nach mehrjährigem Tauziehen kann der 1997 ausgemusterte Flugzeugträger CLEMENCEAU offenbar nun endlich  verschrottet werden.

2003 hatte zunächst eine spanische Abwrackwerft den Auftrag erhalten, das Schiff in Gijon umweltgerecht zu entsorgen. Als die CLEMENCEAU dann allerdings von zwei Schleppern gezogen Toulon zu ihrer -vermeintlich - letzten Reise verließ, bemerkte die französische Marine zu ihrem Erstaunen, dass der Schleppzug sich nicht wie erwartet in Richtung Spanien bewegte, sondern vielmehr Kurs auf die Türkei nahm. Die spanische Firma wollte die dort nicht strengen EU-Gesetzen unterliegende, teure Asbest-Entsorgung sparen. Eine eilends alarmierte Fregatte konnte den Schleppzug in der Straße von Sizilien stellen und führte die CLEMENCEAU nach Toulon zurück.

CLEMENCEAU 2006 auf dem Weg nach Indien (Foto: frz. Marine)Anfang Januar 2006 machte sich der Flugzeugträger erneut auf den Weg, diesmal mit Ziel Indien, wo die CLEMENCEAU am Strand von Alang zerlegt werden sollte. Vor dem Suezkanal wurde der Schleppzug angehalten. Greenpeace-Aktivisten warnten vor unzulässig hohen Asbestrückständen (statt der offiziell angegebenen 45 t sollten angeblich noch bis zu 1.000 t Asbest an Bord sein), und die Suezkanalverwaltung forderte nun von der französischen Marine Beweise dafür, dass von der CLEMENCEAU ausgehende Umweltgefährdungen im Rahmen der internationalen Bestimmungen bleiben.

Der alte Flugzeugträger durfte nach etwa einwöchiger Wartezeit schließlich den Suezkanal passieren, aber nun verboten indische Gerichte, sich der indischen Küste auf weniger als 200 sm zu nähern. Überdies hinterfragte jetzt auch die Europäische Union, warum der Träger – wenn er denn nahezu asbestfrei sei - in Indien entsorgt werden müsse. Der damalige französische Präsident Chirac beorderte die CLEMENCEAU nach Frankreich zurück. Nach langer Reise rund um Afrika traf sie schließlich in Brest ein, wo sie seitdem an der Pier lag.

Nun soll sich ihr Schicksal in Großbritannien besiegeln. Die in Billingham an der englischen Nordseeküste ansässige Firma Able UK soll das Schiff umweltgerecht entsorgen. Zwar gibt es nun dort Proteste lokaler Umweltschützer gegen den „Import französischer Umweltgifte“, aber selbst bei Greenpeace ist man offenbar zuversichtlich, dass eine praktikable Lösung für das Problem gefunden ist. Man gehe davon aus, dass die britische Firma alle mit einer Asbestentsorgung verbundenen europäischen Vorschriften erfüllen könne. Die frühere CLEMENCEAU – nun nur noch als „Hull Q970“ bezeichnet – soll nach Erledigung letzter Formalitäten (Cross-Border Transfer Authorization) in einigen Wochen von Brest nach Billingham verholt werden. Der Zeitbedarf für ihre Verschrottung wird dann mit etwa zehn Monaten veranschlagt.


INDONESIEN – SÜDKOREA

Die vor fast zwei Jahren angekündigte Beschaffung von sechs neuen U-Booten in Russland wird offenbar wieder überdacht.

Anfang 2004 waren erste Pläne bekannt geworden, die vor mehr als 25 Jahren in Deutschland erworbenen zwei U-Boote vom Typ 209/1300 durch Neubauten zu ergänzen und mittelfristig abzulösen. Erste Absicht war angesichts knapper Haushaltsmittel ein Tauschhandel. Gegen in Indonesien in Lizenz gebaute Flugzeuge vom Typ Casa CN-235 sollte Daewoo in Südkorea zwei U-Boote der CHANG BOGO-Klasse (deutsches Design, Typ-209/1200) bauen. Dieses Geschäft kam allerdings nicht zustande.

Ende 2005 wurde die Planung deutlich erweitert. Nun war die Rede von einem längerfristigen Vorhaben, in dessen Rahmen man bis 2024 insgesamt 12 U-Bootneubauten beschaffen wollte. Zwei oder drei dieser Boote wolle man bereits in 2007-2009 erwerben, hieß es; die dafür benötigten Gelder habe man bereits beiseite gelegt. Schon im Januar 2006 berichteten indonesische Medien über Kontaktaufnahme zu diversen U-Bootherstellern, darunter neben der deutschen TKMS und der südkoreanischen Daewoo auch die russische Admiralitätswerft.

Insiderkommentare sahen das deutsche Design deutlich favorisiert. Die russischen U-Boote seien mit 3.000 ts Tauchverdrängung viel zu groß für Operationen in der indonesischen Inselwelt, die deutschen U-Boote diesen Bedingungen dagegen perfekt angepasst. Wenige Wochen später gab es dann plötzlich Berichte über eine Vorentscheidung für russische U-Boote. Grund schienen ausschließlich finanzielle Erwägungen zu sein. Man habe festgestellt, dass man für die eingeplanten Mittel in Russland sechs U-Boote erhalten könne, statt nur zwei oder drei bei einem konkurrierenden Hersteller. Im Oktober 2006 kündigte Marinebefehlshaber Admiral Slamet Soebijanto an, seine Marine werde vier U-Boote der KILO-Klasse und zwei vom Typ AMUR-950 in Russland bestellen.

südkoreanisches U-Boot der CHANG BOGO-Klasse (Foto: ROK Navy)Vertragsunterzeichnungen blieben jedoch offenbar bisher aus, und nun kehrt man wieder zur ursprünglichen Absicht eines Tauschgeschäfts mit Südkorea zurück. Diesmal geht es allerdings nicht um Neubauten. Vielmehr soll man nach Medienmeldungen bereits weitgehend einig sein, zwei gebrauchte U-Boote der CHANG BOGO-Klasse der südkoreanischen Marine gegen acht Flugzeuge Casa CN-235 zu tauschen, die von der südkoreanischen Küstenwache benötigt würden. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding soll in der kommenden Woche unterzeichnet werden.

Lizenzrechtliche Probleme gibt es hier nicht, da Daewoo alle notwendigen Rechte zum Nachbau des deutschen Designs erworben hat. Acht der insgesamt neun U-Boote dieses zwischen 1989 und 2001 gebauten Typs wurden auch schon von Daewoo in Südkorea hergestellt; nur Typboot CHANG BOGO entstand bei HDW in Kiel. Die südkoreanische Marine hat mit dem beginnenden Zulauf neuer U-Boote Typ-214 vermutlich kein Problem damit, ältere CHANG BOGO abzugeben.

Unklar ist vorerst, wie es mit den indonesischen U-Bootplänen nun weiter gehen soll. Erfüllt der Erwerb der beiden Gebrauchtboote nur den Wunsch nach den zwei „zwischen 2007 und 2009“ zu beschaffenden U-Booten und ist damit nur eine Zwischenlösung als Alternative für eine vermutlich verzögerte Beschaffung von russischen U-Booten? Oder orientiert man sich auch im Langzeitprogramm nun wieder völlig um und verzichtet zugunsten weiterer südkoreanischer Gebrauchtboote – und vielleicht später auch Neubauten – gänzlich auf russische U-Boote?




IRAN

Im Persischen Golf nehmen die militärischen Spannungen wieder deutlich zu.

Hintergrund ist erneut das vermutete iranische Atomwaffenprogramm. In den letzten Monaten mehren sich Berichte, denen zufolge Geheimdienste eine Wiederaufnahme des angeblich 2003 eingestellten Programms erkennen. In Israel soll man von der Verfügbarkeit eines ersten nuklearen Sprengkopfes schon in 2009 ausgehen und ernsthaft Pläne verfolgen, schon sehr bald das iranische Atomprogramm durch einen militärischen Präventivschlag zu beenden oder zumindest um mehrere Jahre zurück zu werfen.

Eine vor einigen Wochen in Griechenland durchgeführte Luftwaffenübung sei – so viele Medien – die „Generalprobe“ für diese Aktion gewesen (warum eine solche Generalprobe bilateral gemeinsam mit der griechischen Luftwaffe erfolgt, wird allerdings nicht weiter erläutert). Viele Medien argwöhnen darüber hinaus, Israel wolle das noch verfügbare Zeitfenster bis zu den US-Präsidentschaftswahlen (November) nutzen. Noch-Präsident Bush lasse angesichts fortgesetzter iranischer Drohungen mit einer „Vernichtung Israels“ deutlich erkennen, dass für ihn militärische Optionen durchaus offen seien.

Iranische Drohungen mit massiven Raketenangriffen auf Israel und in der Region stationierten US-Streitkräfte sowie einer Sperre der Straße von Hormuz ließen die Spannungen in der vergangenen Woche noch einmal deutlich ansteigen. Am 7. Juli führten Koalitionsmarinen im zentralen und südlichen Golf eine Übung „zum Schutz der Wirtschaftsinfrastruktur“ durch. An Exercise Stake Net waren u.a. das Docklandungsschiff PEARL HARBOR und die Fregatte CURTS der US-Navy, die britische Fregatte MONTROSE sowie die bahrainische FK-Korvette AL TAWEELAH (Typ Lürssen TNV-45) beteiligt.

ABRAHAM LINCOLN (Foto: US-Navy)Wenig später wurde der bis dahin im Golf operierende US-Flugzeugträger ABRAHAM LINCOLN aus dem Golf heraus in das Arabische Meer verlegt. Ein Pentagon- Sprecher betonte, die Maßnahme solle dem Träger eine effektive Unterstützung von Operationen in Afghanistan ermöglichen. Dies ist bekannte Routine, aber Tatsache ist auch, dass vor einem Krieg mit dem Iran US-Flugzeugträger wegen der hohen Bedrohung zwingend den für sie operativ zu engen Persischen Golf verlassen müssen. In Teheran wurden jedenfalls Exercise Stake Net und das Ablaufen der ABRAHAM LINCOLN in Verbindung mit aktuellen israelischen Drohungen als „Säbelrasseln“ interpretiert, auf das man reagieren musste.

Am 8. Juli begannen See-, Land- und Raketenstreitkräfte der Revolutionsgarden (IRGC Pasdaran) die Übung „Großer Prophet III“ (Payambar-e Azam 3). Das iranische Fernsehen zeigte den Start zahlreicher Raketen, darunter angeblich auch eine Shabab-3, die mit ihrer Reichweite von 2.000 km Israel erreichen könne. Neben weiteren Boden-Boden-FK und Flugabwehr-FK sollen am 11. Juli Küsten-FK (vermutlich Raad) geschossen worden sein, die mit ihrer Reichweite von 350 km den gesamten Persischen Golf abdecken könnten. Berichtet wurde überdies auch über den Schuss von Torpedos Hoot (Nachbau der russischen „Unterwasserrakete“ Shkval), der im Iran wohl vor allem als effektive Waffe gegen US-Flugzeugträger verstanden wird.

Die Analyse aller Meldungen und Bilder zur Übung wirft jedoch eine ganze Reihe Fragen auf. Im Gegensatz zu früheren, ähnlichen Übungen der Pasdaran gibt es diesmal kaum Bilder von beteiligten Truppen. Interviews der militärischen Führung finden vor neutralem Hintergrund statt; ein Übungsgebiet wird nicht genannt. Vergleiche mit Archivaufnahmen belegen zweifelsfrei, dass viele Fotos und Videos der FK-Start und auch der Schuss des Torpedos Hoot „Konserven“ aus früheren Übungen sind. Angeblich soll auch gar keine Shabab-3 geschossen worden sein, sondern eine optisch ähnliche, ältere und längst nicht mehr produzierte Rakete mit deutlich geringerer Reichweite.

Während dies wohl nur Experten verifizieren können, sind andere Informationsmanipulationen offenkundig. Beim FK-Schießen am ersten Tag hat eine Rakete offenbar nicht gezündet, blieb auf dem Startgestell stehen.
Originalfoto (Foto: Iran Military Forum9
Um die Fehlfunktion zu verschleiern, wurde das Foto kurzerhand manipuliert. Der Versager wurde wegretuschiert und an seiner Stelle eine zusätzliche fliegende Rakete in den Himmel kopiert.

Fälschung (Foto: Iran Military Forum)
Insgesamt drängt sich der Verdacht auf, dass die iranische Führung sich genötigt sah, mit einer wenig vorbereiteten und sehr kurzfristig anberaumten militärischen Demonstration auf die aktuelle Lageverschärfung zu reagieren. Da die Manipulationen zum Teil sehr offensichtlich sind und westliche Experten nicht täuschen können, soll mit Großer Prophet III wohl vor allem gegenüber der eigenen Bevölkerung die Entschlossenheit signalisiert werden, auf jeden Angriff sofort massiv und über weit über das eigene Territorium hinaus gehend – bis nach Israel - reagieren zu wollen. In welchem Umfang die Pasdaran dazu tatsächlich fähig sind, lässt sich anhand der aktuellen Übungen nicht wirklich erkennen.


USA

Vor Hawaii hat weltweit größte multinationale, maritime Übung dieses Jahres begonnen.

Exercise Rim of the Pacific (RIMPAC) wird seit 1971 alle zwei Jahre durchgeführt. Zur von der US Pazifikflotte geführten Übung treffen sich Marinen zahlreicher Pazifikanrainerstaaten in Hawaii. An der insgesamt 21. Auflage sind in diesem Jahr zehn Nationen (Australien, Chile, Japan, Kanada, Peru, Singapur, Südkorea und USA sowie zwar nicht Pazifikanrainer aber mit regionalen Interessen Großbritannien und die Niederlande).

Mehr als 35 Schiffe, sechs U-Boote sowie etwa 150 Flugzeugen und Hubschraubern sind dazu nach Pearl Harbor angereist. Die US-Navy stellt mit 18 Einheiten das weitaus größte Kontingent, zu dem in diesem Jahr der Flugzeugträger KITTY HAWK (Vertreter für die nach einem Feuer an Bord immer noch in Reparatur befindliche GEORGE WASHINGTON) und der amphibische Träger BONHOMME RICHARD gehören. Die südkoreanische Marine bringt zwei Zerstörer, ein U-Boot und Flugzeuge in die Übung ein. Japan ist mit u.a. vier Zerstörern und einem U-Boot vertreten. und Zu den ausländischer Teilnehmern gehören überdies vier australischen Einheiten (ANZAC, TOBRUK, SUCCESS und U-Boot WALLER), zwei kanadische, eine chilenische und eine singapursche Fregatte. Großbritannien, die Niederlande und Peru sind nicht mit Schiffen vertreten, sondern beteiligen sich mit Tauchergruppen, Stabspersonal oder Luftfahrzeugen.

kanadische Truppen gehen an Bord BONHOMME RICHARD (Foto: US-Navy)
RIMPAC 2008 begann offiziell am 29. Juni, wobei für viele Teilnehmer die Anreise bereits erste Übungsphase darstellte. Nach einer Hafenphase in Pearl Harbor mit gegenseitigem Kennenlernen und vorbereitenden Seminaren haben inzwischen die Übungen in See begonnen. In vorbereiteten Serials stehen fast sämtliche Aspekte moderner Seekriegsführung auf dem Programm – von einfachen seemännischen Manövern über Maritime Security Operations (Sicherung von Seeverkehrswegen) und Anti-Terroroperationen über U-Jagd, Flugabwehr und Seezielbekämpfung bis hin zu Life-Schießabschnitten mit Rohrwaffen und Flugkörpern. Einmal mehr stellt die US-Navy dabei auch ausgemusterte Einheiten als Ziele für realitätsnahes Schießen mit scharfer Munition bereit. Flugkörper, Bomben und Torpedos sollen den in den 90er Jahren ausgemusterten und seitdem eingemotteten Kreuzer HORNE (BELKNAP-Klasse) auf den Grund des Pazifik schicken. Abschließender Höhepunkt von Rimpac 2008 wird am 31. Juli eine gemeinsame „Final Combat Exercise“ aller Teilnehmer.

OSCAR ELTON SETTE (Foto: NOAA)Das diesjährige RIMPAC beschränkt sich allerdings nicht auf militärische Inhalte. In einem am Rande der Übung von der National Oceanic & Atmosphric Administration (NOAA) durchgeführten Projekt sollen amerikanische und ausländische Wissenschaftler intensiv Informationen über Verhalten und Bewegungen von Meeressäugern sammeln. Die NOAA setzt dazu ihr Forschungsschiff OSCAR ELTON SETTE sowie mehrere weitere, kleinere Fahrzeuge ein.

Die US-Navy ist seit geraumer Zeit erheblich unter Druck, zum Schutz von Walen bei Übungen und Operationen den Gebrauch von Sonar einzuschränken. Die Durchführung des Forschungsprojektes im Rahmen von RIMPAC ist so sicher auch als Öffentlichkeitsarbeit gedacht. Ob bei dem Übungen aber nun ganz allgemein Daten zu sich im Übungsgebiet bewegenden Meeressäugern gesammelt werden sollen, oder man gezielt vor allem die Auswirkungen eines solchen Großmanövers auf das Verhalten von Walen untersuchen möchte, wird aus den bisherigen Presseerklärungen der NOAA nicht ganz deutlich.


USA

Der nächste geplante amphibische Träger der US-Navy soll den Namen AMERICA erhalten.

Marineminister Donald Winter kündigte am 30. Juni an, dass das bisher als LHA-6 bezeichnete Schiff als vierte Einheit der US-Navy diesen Namen tragen soll. Die letzte AMERICA, ein Flugzeugträger der KITTY HAWK-Klasse, war 1996 ausgemustert und im Mai 2005 bei einem Live-Schießen im Atlantik versenkt worden.
 

LHA-6 (Grafik: Northrop-Grumman)LHA-6 wird erstes Schiff des LHA-Replacement (LHA-R) Programms zum Ersatz von amphibischen Trägern der TARAWA-Klasse. Das Design basiert auf Grundelementen der LHD der WASP-Klasse. Der Neubau soll aber gut 30m länger und 3m breiter werden als diese und wird so schließlich mehr als 45.000ts verdrängen.

Wesentlichster Unterschied ist der Verzicht auf den bisher bei amphibischen Trägern der US-Navy üblichen Dockteil. Im Gegensatz zu den Schiffen der TARAWA-Klasse und der WASP-Klasse kann LHA-6 also keine Landungsboote (LCU oder LCAC) mitführen und wird damit also auch kein schweres Gerät wie z.B. Kampfpanzer M-1 vor einer Küste ausschiffen können. Der dadurch gewonnene Platz wird zur Schaffung zusätzlicher Hangarkapazität für Kampfflugzeuge und Hubschrauber genutzt. LHA-6 wird deshalb auch bereits als Marine Corps Aircraft Carrier bezeichnet. Auch Kampfflugzeuge F-35 Lightning II sollen einmal von ihm eingesetzt werden.

Das US Marine Corps wünscht zwei Schiffe dieses Typs, je eines für Atlantik und Pazifik. Bestellt ist zunächst erst einmal nur LHA-6. Die künftige AMERICA soll Ende dieses Jahres bei Northrop Grumman in Pascagoula auf Kiel gelegt und 2012 an die US-Navy übergeben werden.

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