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Deutsche Marine

Auf dieser Seite finden sich von unserem Redakteur Klaus Mommsen zusammengestellte Nachrichten aus und zu Marinen aus aller Welt, die  wegen des frühen Redaktionsschlusses und meist auch nur kurzfristiger Aktualität in der gedruckten Ausgabe des MarineForum nur in sehr wenigen Fällen erscheinen.

Abhängig vom Nachrichtenaufkommen sind wir bemüht, die Seite  etwa wöchentlich zu aktualisieren.

Zusätzlich haben wir auf dieser Seite (rechts) einige Links zu  Websites aufgenommen, die interessierten Lesern direkten Zugang zu weiteren aktuellen Nachrichten aus Marinen anderer Nationen bieten (für Nachrichten aus der Deutschen Marine bitte den animierten Link auf der linken Seite nutzen).

U.S. Navy

Royal Navy

Französische Marine


Beim in den USA produzierten Internet-Marine-Nachrichtenmagazin SeaWaves findet sich eine Seite, auf der - weltweit - geplante Schiffsbesuche (auch deutscher Einheiten !) detailliert aufgelistet sind.


aktualisiert am 28. Juni 2009

nächste Aktualisierung - voraussichtlich -  am 5. Juli 2009


Update Piraterie

Wir weisen hin auf den Beitrag “Bekämpfung der Piraterie - der schwierige Weg” des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium der Verteidigung Thomas Kossendy (MdB), den wir in die Rukrik “DAUERBRENNER” eingestellt haben.
Er veranschaulicht die Sicht der Bundesregierung zur Problematik des Kampfes gegen Piraterie.

Am 22. Juni konnte die portugiesische Fregatte CORTE REAL einen Überfall auf das Containerschiff MAERSK PHOENIX (Flagge: Singapur) vereiteln. Mitten im gesicherten Gebiet im Golf von Aden und nur vier Seemeilen vom Kriegsschiff entfernt hatten die Piraten versucht, das Schiff zu entern. Nach Warnschüssen wurden die insgesamt acht Männer festgesetzt, mussten jedoch auf Weisung aus der Heimat unverzüglich wieder frei gelassen werden (ihre Waffen wurden konfisziert). Die CORTE REAL gehört zum NATO-Einsatzverband SNMG-1, der in seinen Festlegungen für den Umgang mit Piraten deutlich hinter den die für die EU Operation Atalanta getroffenen Vereinbarungen (u.a. Überstellung festgenommener Piraten nach Kenia) zurück bleibt. Auch die am 1. Juli beginnende neue NATO-Mission (dann mit den Schiffen der SNMG-2) wird daran erst einmal nichts ändern.

Der Vorgang unterstreicht einmal mehr, dass sich (von NATO und EU Operationen über die US-initiierte CTF-151 bis hin zu den nationalen Einsätzen von z.B. China, Indien und Russland) die Rahmenbedingungen für die am Horn von Afrika eingesetzten Kriegsschiffe doch deutlich unterscheiden. Grundsätzlich ist sogar möglich, dass ein Kriegsschiff einer Nation Piraten festnehmen darf, während ein direkt daneben operierendes Schiff der gleichen Nation die Verbrecher wieder frei lassen muss – je nachdem ob die Schiffe unter NATO-Flagge oder EU Kommando fahren. Einige Marinen (darunter die deutsche) umgehen dieses Dilemma, indem sie NATO-Schiffe für den Anti-Piraterie-Einsatz vorübergehend aus der NATO Unterstellung herauslösen und der EU Operation Atalanta angliedern. Allein dieses „Notverfahren“ lässt keinen Zweifel daran, dass Politiker (vor allem bei der NATO) ihre Hausaufgaben bei weitem noch nicht erledigt haben. Nicht von ungefähr fordert der russische Marinebefehlshaber Admiral Vysotsky, die diversen Einsätze vor Somalia unter UN-Mandat und UN-Führung zu bündeln und so eine bessere Koordination unter allseits verbindlichen Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Vorerst aber dürfen Piraten weiter darauf hoffen, dass sie in ihren Vorhaben möglichst nur von einem NATO-Schiff gestört werden.

Am 21. Juni haben somalische Piraten die sieben Besatzungsmitglieder des vor den Seychellen gekaperten Vermessungsfahrzeuges INDIAN OCEAN EXPLORER freigelassen. Das Schiff selbst wurde an der somalischen Küste in Brand gesetzt und versenkt. Der Eigner hatte weniger als die Hälfte des geforderten Lösegeldes gezahlt.

die MARATHON kurz nach ihrer Freilassung (Foto: niederl. Marine)
Am 23. Juni kam nach Lösegeldzahlung auch das am 7. Mai gekaperte niederländische Küstenmotorschiff MARATHON frei (hier war ein Besatzungsmitglied beim Überfall getötet worden). Die niederländische Fregatte DE ZEVEN PROVENCIEN nahm das kleine Schiff sofort „unter ihre Fittiche“. Vor der Freilassung steht offenbar auch ein belgischer Bagger, der am 18. April vor der Seychellen entführt worden war. Hier will man sich auf ein Lösegeld geeinigt haben.

    Aktuelle Entwicklungen bei Einsatzkräften

  • Am 22. Juni hat die türkische Marine eine zweite Fregatte in Richtung Golf von Aden in Marsch gesetzt. Die GEDIZ soll gemeinsam mit Schwesterschiff GAZIANTEP in der CTF-151 operieren. Das verstärkte türkische Engagement in der CTF-151 soll nach türkischen Medien ein Jahr dauern.

GEDIZ - zweite türkische Fregatte für Einsatz gegen Piraten (Foto: FlottenKdo)

  • Das schwedische Unterstützungsschiff TROSSOE hat seine Instandsetzung im saudischen Dschidda erfolgreich beendet und ist am 26. Juni nach Dschibuti zurück gekehrt.
     
  • Am 29. Juni wird sich die nächste russische Einsatzgruppe in Wladiwostok auf den langen Weg an das Horn von Afrika machen. Erneut ist ein Zerstörer der UDALOY-Klasse mit von der Partie. Begleitet wird die ADMIRAL TRIBUTS vom Flottentanker BORIS BUTOMA (CHILIKIN-Klasse) und dem Hochseebergeschlepper MB-99 der SORUM-Klasse. Laut Marinebefehlshaber Admiral Vysotsky könnte auch eine Einheit Marineinfanterie in die Region verlegen.

EXERCISE FRUKUS

Im letzten Jahr war die (damals in Wladiwostok geplante) gemeinsame Übung der Marinen von vier der fünf Großmächte unter dem Eindruck des Georgien-Konfliktes noch abgesagt worden.

TOURVILLE, SEVEROMORSK, YORK, KLAKRINGNun aber hat man sich wieder zu FRUKUS getroffen, diesmal im französischen Brest. Hier liefen am 19. Juni der russische Zerstörer SEVEROMORSK (UDALOY-Klasse), der britische Zerstörer YORK (TYPE 42) und die US-Fregatte KLAKRING (OLIVER HAZARD PERRY-Klasse) ein. Erwartet wurden sie bereits vom französischen „Host Ship“, dem Zerstörer TOURVILLE.

FRUKUS - der Name steht für die vier teilnehmenden Nationen Frankreich (F), Russland (R), Großbritannien (UK) und USA (US) – war 2003 ins Leben gerufen worden und wird seitdem von den jeweiligen Marinen jährlich (mit Ausnahme in 2008) im Rotationswechsel ausgerichtet. Die Übungen sollen die Marinen einander näher bringen, zum gegenseitigen Verständnis beitragen, insbesondere aber auch ihre Interoperabilität verbessern - letzteres vor allem vor dem Hintergrund zunehmender gemeinsamer Beteiligung an Operationen (z.B. Anti-Piraterie) oder humanitären Hilfseinsätzen.

FRUKUS 2009 begann wie üblich mit einer Hafenphase (21/22 Juni), bei der in Brest neben Seminaren (u.a. zu Flottenmodernisierung, Maritime Interdiction, Maritime Security, U-Boot-Rettung) und vorbereitenden Fernmeldeübungen vor allem auch gemeinsame kulturelle, sportliche und soziale Veranstaltungen im Vordergrund standen. Am 23. Juni liefen die vier Kriegsschiffe dann zur Seephase aus, bei der Fernmeldeübungen, seemännische Übungen und SAR, aber – mit Blick auf Piraterie und Schmuggel von Drogen und Massenvernichtungswaffen - auch Maritime Security Operations (Law Enforcement) auf dem Programm standen. Am 26. Juni kehrten die vier Schiffe zur Übungsnachbesprechung wieder nach Brest zurück, wo FRUKUS 2009 einen Tag später offiziell beendet wurde.




ITALIEN

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Marine empfing der Flugzeugträger CAVOUR am 10. Juni in Civitavecchia (bei Rom) „seine“ Seekriegsflagge.

Damit ist der zweite Flugzeugträger (und das künftige Flaggschiff) der italienischen Marine nun offiziell in Dienst gestellt. Das zunächst als NUM (Nuova Unita Maggiore) bezeichnete Schiff war im November 2000 bestellt und am 17. Juni 2001 bei Fincantieri in Riva Trigoso nahe Genua auf Kiel gelegt worden. Hier wurde der Neubau 2004 auf den Namen CAVOUR (Conti di Cavour, italienischer Staatsmann, 1810-1861) getauft.

Ursprünglich war NUM als für amphibische Operationen optimierter Hubschrauberträger mit Dockteil (LHD) konzipiert. Begrenzte Mittel und schließlich auch deutlich veränderte operative Prioritäten zwangen bezüglich des Designs jedoch zu radikalen Modifizierungen. Auf das Dock und die Mitführung von Landungsbooten (und damit auch die Beschaffung von Luftkissenbooten) wurde verzichtet, und auch die ursprünglich vorgesehene Unterbringungskapazität für Marineinfanteristen wurde deutlich reduziert.

CAVOUR (Foto: MOD Italy)
Im Ergebnis stand dann schließlich ein reinrassiger 236m langer, voll beladen 27.100 ts verdrängender Flugzeugträger, der von seinem durchgehendem Flugdeck mit Ski-Jump Bugrampe später auch Kampfflugzeuge Joint Strike Fighter einsetzen soll. Amphibische Operationen (mit Fähigkeit zur Funktion als Führungsplattform) gehören zwar immer noch zum Einsatzspektrum, aber eine Anlandung eingeschiffter Marineinfanteristen müsste nun ausschließlich mit Hubschraubern durchgeführt werden, und an Bord mitgeführtes schweres Gerät und Fahrzeuge benötigen zur Ausschiffung funktionsfähige Hafeninfrastruktur.


KANADA

Mit größeren Investitionen will die kanadische Regierung auch bei knappen Budgets die Fähigkeiten der Küstenwache zu effektiver Erfüllung ihrer zahlreichen Aufgaben (Fischereischutz) erhalten.

Parallel zur (mit einem Request of Proposal) eingeleiteten Beschaffung von bis 12 Mid-Shore Patrol Vessel (MSPV, ca. 45 m), die ab 2013 zulaufen könnten, sollen in den kommenden zwei Jahren etwa 40 ältere Schiffe und Boote der RCaCG umfassend instand gesetzt werden und teil auch eine „lebensverlängernde“ Modernisierung erhalten. Die Regierung versteht das insgesamt mehr als 100 Mio. Euro umfassende Programm auch als Stimulation der unter der gegenwärtigen Finanzkrise leidenden heimischen Werftindustrie (Teil des Economic Action Plan).

auch die alte TRACY wird modernisiert (Foto: RCaCG)Für fünf „Arbeitspferde“ - die gut 40 Jahre alten Küstenwachschiffe CAPE ROGER und TANU sowie die gleichaltrigen Eisbrecher (Tonnenleger) TRACY und BARTLETT und das 1968 gebaute Vermessungsschiff LIMNOS - sind umfangreiche Modernisierungen geplant, mit denen sie noch mindestens etwa zehn Jahre einsatzklar bleiben sollen.

Weitere 35 kleinere Schiffe und Boote sollen überfällige Instandsetzungsphasen durchlaufen, bei denen ein Teil veralteter Ausrüstung ebenfalls durch moderne Geräte ersetzt wird. Das Gesamtvorhaben umfasst Einheiten aus allen Regionen – von der Pazifikküste über die Arktis bis zum Altantik und den Großen Seen.


RUSSLAND

In St. Petersburg hat am 24. Juni die diesjährige International Maritime Defence Show (IMDS) begonnen.

Noch zum 28. Juni präsentieren 260 russische und 60 ausländische (aus 25 Ländern) Firmen ihre nach Messeangaben etwa 15.000 Produkte, wobei das Spektrum sich nicht auf rein militärische Erzeugnisse beschränkt, sondern auch Anlagen und Geräte für die zivile Seefahrt einschließt. Die Ausstellung soll vor allem den Export russischer maritimer Rüstungsprodukte fördern, und nicht von ungefähr wird das Organisationskomitee vom stellvertretenden Regierungschef Sergej Ivanov geleitet, und auch Marinebefehlshaber Admiral Vysotsky ließ es sich nicht nehmen, Aussteller und ausländische Besucher persönlich zu begrüßen.

Wie üblich haben zur IMDS auch einige russische und ausländische Kriegsschiffe in St. Petersburg festgemacht. Über bloße Anwesenheit („internationaler Flottenbesuch“) hinaus gehend, sollen sie vor allem auch die Firmenpräsentationen ihrer jeweiligen Ländern durch praktische Anschauung unterstützen.

YAROSLAV MUDRIY (Foto: russ. Marine)Die russische Marine hat dazu ihre neueste Fregatte nach St. Petersburg verlegt. Die YAROSLAV MUDRIY (zweites, modifiziertes Schiff der NEUSTRASHIMIY-Klasse) war nach Abschluss von Erprobungen erst am 19. Juni der russischen Marine übergeben worden. Drei weitere Einheiten (die Korvette STEREGUSHCHIY, ein Luftkissenboot POMORNIK sowie eine FK-Korvette TARANTUL) zielen vor allem auf den Exportmarkt. Ein russisches U-Boot ist diesmal nicht auf der IMDS vertreten. 2005 hatte man hier noch stolz die ST. PETERSBURG (Typboot der neuen LADA-Klasse) präsentiert – nach diversen technischen Problemen allerdings bis heute nicht offiziell in Dienst gestellt.

Aus dem Ausland angereist sind die britische Fregatte ST. ALBANS (TYPE 23), das niederländische Docklandungsschiff JOHAN DE WITT, die französischen Minenjagsboote PEGASE und SAGITTAIRE sowie das spanische Minenjagdboot TURIA.


USA

Zu den Profiteuren der derzeitigen Finanzkrise gehören zweifellos die Rekrutierungsbüros der US Streitkräfte.

Obwohl unter Sparzwängen gerade erst viele finanzielle Vergünstigungen wie z.B. Verpflichtungsprämien gekürzt oder gar gänzlich gestrichen wurden, steigt die Anzahl der Bewerber um einen „Job“ bzw. eine Ausbildung bei den Streitkräften sprunghaft an. Probleme, die Zielvorgaben zu erreichen, dürfte es in diesem Jahr nicht geben. Im Gegenteil: seit Jahrzehnten konnten die Streitkräfte nicht mehr so gut „auswählen“.

Bei d Im Vergleich der Teilstreitkräfte führt die US Navy das Rennen der Teilstreitkräfte an. Die Bewerberzahlen an der US Naval Academy in Annapolis sind im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gestiegen. Etwa 15.300 Männer und Frauen haben sich bisher um die verfügbaren 1.230 Plätze für die Offizierausbildung beworben – so viele wie seit 1988 nicht mehr. Doch es sind nicht nur junge Amerikaner (unter 25 Jahren), die sich für eine Offiziers-Laufbahn in den Streitkräften interessieren und dazu an den Akademien der Teilstreitkräfte bewerben. Generell scheint eine Verwendung bei den US Streitkräften immer attraktiver zu werden. Ein Leiter eines Rekrutierungsbüros berichtet, dass auch viele ältere, arbeitslos gewordene Familienväter in einem „Job“ als Soldat die einzige Möglichkeit sähen, noch die Hypotheken für ihr Haus zu bezahlen und ihren Familien so das Heim zu erhalten.


USA

Der Versorger RICHARD E. BYRD hat im Südwestpazifik mit der mehrmonatigen Operation Pacific Partnership 2009 begonnen.

Eigentlich sollte dazu das Docklandungsschiff DUBUQUE am 1. Juni aus San Diego auslaufen, aber der Ausbruch der „Schweinegrippe“ an Bord machte einen Strich durch diese Planung. Eine Absage der für die USA wichtigen Operation kam nicht in Frage. Pacific Partnership gehört seit einigen Jahren zum festen Jahresprogramm der US Pazifikflotte und wird als unverzichtbarer Baustein zur Festigung der (außen- wie sicherheits)politischen Beziehungen in der Pazifikregion gesehen.

RICHARD E BYRD (Foto: US Navy)
Auf der Suche nach möglichen Alternativen wurde schließlich der erst im vergangenen Jahr in Dienst gestellte, voll beladen 40.000 ts verdrängende Einsatzgruppenversorger der LEWIS & CLARK-Klasse als Ersatz benannt. WEWAK (Foto: austral. Marine)Bis Mitte September wird das Schiff nun mit eingeschifften Ärzteteams und Helfern auch ziviler Organisationen Samoa, Tonga, die Salomonen, Kiribati und die Marshall Inseln anlaufen, um der dortigen Bevölkerung medizinische Versorgung und humanitäre Hilfe zu bringen.

In diesem Jahr sind übrigens auch zwei Schiffe der australischen Marine mit von der Partie. Die Landungsschiffe BETANO und WEWAK (BALIKPAPAN-Klasse) werden die RICHARD E. BYRD begleiten und erweiterte Möglichkeiten bieten, zeitgleich mehrere, auch abgelegene Orte ohne eigene Hafeninfrastruktur zu erreichen.

Die beiden australischen Landungsschiffe springen für die ursprünglich geplanten, von der DUBUQUE mitzuführenden US-Landungsboote ein. Im Gegensatz zu dem Docklandungsschiff hat der Versorger natürlich keine eigenen Landungsboote an Bord.

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