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Deutsche Marine

Auf dieser Seite finden sich von unserem Redakteur Klaus Mommsen zusammengestellte Nachrichten aus und zu Marinen aus aller Welt, die aus Platzmangel oder wegen nur kurzfristiger Aktualität  in der gedruckten Ausgabe entweder gar nicht erscheinen oder die wir wegen des frühen Redaktionsschlusses dort nicht in angemessenem zeitlichen Zusammenhang darstellen können und daher an dieser Stelle schon einmal vorweg nehmen.

Wir sind bemüht, diese Seite etwa wöchentlich zu aktualisieren.

Daneben haben wir auf dieser Seite (rechts) Links  aufgenommen, die interessierten Lesern direkten Zugang zu aktuellen Nachrichten der US Navy, der britischen Royal Navy, der französischen Marine Nationale, sowie - für Sprachkundige - der russischen Marine bieten.

 

Für aktuelle Nachrichten aus der Deutschen Marine verweisen wir auf den animierten Link auf der linken Seite.


Beim in den USA produzierten Internet-Marine-Nachrichtenportal SeaWaves findet sich neben vielen anderen Inhalten auch eine Seite, auf der - weltweit - geplante bzw. angekündigte Schiffsbesuche (auch deutscher Einheiten) detalliert aufgelistet sind.


aktualisiert am 7. März 2010

nächste Aktualisierung - voraussichtlich - am 14. März


PIRATERIE

In unserer Rubrik DAUERBRENNER geben mehrere Beiträge Hintergrundinformationen zu gesetzlichen Grundlagen des Kampfes gegen Piraterie, veranschaulichen die Sicht der Bundespolitik zur Problematik und diskutieren mögliche Lösungsansätze.

Wieder einmal hat der Kapitän eines Schiffes alle Warnungen und Empfehlungen ignoriert, die Passage des Golfes von Aden auf eigene Faust riskiert – und dafür prompt die Quittung erhalten. Am 1. März wurde der in Ballast fahrende saudische Produktentanker AL NISR AL SAUDI (dwt 5,136 ts) auf dem Weg nach Dschidda im Golf von Aden von Piraten gekapert. Das Schiff fuhr abseits der gesicherten empfohlenen Transitroute (Internationally Recognised Transit Corridor - IRTC), und Kapitän/Reederei hatten auch auf die Anmeldung der Passage durch die gefährdeten Gebiete verzichtet. Nun liegt der Tanker mit seinen 14 Mann Besatzung erst einmal an der somalischen Küste bei Garacad vor Anker.

AL NISR AL SAUDI vor Garacad (Foto: EU NavFor)
Mitten auf dem IRTC im Golf von Aden sichtete am 6. März die türkische Fregatte GEMLIK (CTF-151) ein mit sieben Personen besetztes, verdächtiges Skiff. Ein eingesetztes Boarding Team förderte Waffen und Piratenausrüstung zutage. Die sieben Männer wurden vorläufig festgenommen. Ohne Beweise für ein bereits begangenes Verbrechen und unter den für den Einsatz der GEMLIK geltenden nationalen türkischen Gesetzen kann es keine strafrechtliche Verfolgung geben. Die mutmaßlichen Piraten dürften daher schnell wieder frei gelassen werden.

Mit dem Ende des Nord-Ost Monsuns werden auch die offenen Seegebiete des Somaliabeckens wieder „Operationsgebiet“ der Piraten. Bei durchweg ruhiger See waren die Monate März bis Mai schon in den letzten Jahren die „lukrativsten“ für die Piraten, und 2010 scheint hier keine Ausnahme zu werden.

Am 4. März griffen Piraten im Seegebiet zwischen den Seychellen und der kenianischen Küste das spanische Fischereischiff ALBACAN an. Der Einschlag einer Panzerfaustgranate löste ein Feuer an Bord aus, das aber schnell gelöscht werden konnte; niemand wurde verletzt. Heftige Gegenwehr eines einschifften Sicherheitsteams (zivile Firma) brachte die Piraten schließlich dazu ihr Vorhaben abzubrechen und sich mit ihren Skiffs zu entfernen. EU NavFor entsandte ein auf den Seychellen stationiertes Flugzeug, um nach der Piratengruppe zu suchen.

NIVOSE bringt Piratengruppe auf (Foto: EU NavFor)Einen Tag später versuchten Piraten im gleichen Seegebiet die Kaperung eines französischen Schiffes. Auch dieser Überfall schlug fehl, aber inzwischen war die französische Fregatte NIVOSE (EU NavFor) im Gebiet eingetroffen. Ihr Hubschrauber entdeckte ein mutmaßliches Mutterschiff mit zwei Skiffs im Schlepp. Zwar wurden sofort Gegenstände über Bord geworfen, aber ein Boarding Team fand noch Waffen (u.a. Panzerfaust), Enterhaken und andere Piratenausrüstung. Die insgesamt elf Männer an Bord wurden in Gewahrsam genommen, das Mutterschiff und eines der Skiffs versenkt. Zum Verbleib des zweiten Skiffs gibt es keine Meldungen. Möglicherweise hat die NIVOSE es an Bord genommen, um die mutmaßlichen Piraten ggf. damit wieder frei zu lassen. Es ist nämlich noch unklar, ob sie tatsächlich beweiskräftig mit einem spezifischen Überfall in Verbindung gebracht und damit vor Gericht gestellt werden können.

Nur wenig später griffen Piraten im gleichen Gebiet ein französisches Fischereischiff an. Ein eingeschifftes Sicherheitsteam (vermutlich französische Marineinfanteristen) konnte auch hier den Angriff abwehren, bis das Fischereischiff bei Ausweichmanövern das Skiff rammte und versenkte. Die sechs mutmaßlichen Piraten wurden anschließend aufgefischt. Sie wurden offenbar an die NIVOSE übergeben. Am 6. März soll die NIVOSE (bis Redaktionsschluss noch unbestätigten) Medienmeldungen zufolge selbst noch mindestens eine, vermutlich sogar zwei weitere Piratengruppen „neutralisiert“ haben. Details hierzu sind noch nicht bekannt, allerdings sollen sich nun insgesamt 22 mutmaßliche Piraten an Bord der französischen Fregatte befinden.

Erfolgreich waren Piraten im Somaliabecken dann allerdings doch noch. Am 5. März kaperten sie etwa 300 sm nordöstlich von Dar es Salam (Tansania) den unter der Flagge der Marshall Islands fahrenden norwegischen Tanker UBT OCEAN (dtw 9.380 ts) mit seinen 21 Mann Besatzung (sämtlich aus Myanmar). Das mit Heizöl beladene Schiff war auf dem Weg von den Arabischen Emiraten nach Dar es Salam. Wie die AL NISR AL SAUDI (s.o.) war auch dieser Tanker nicht bei den Anti-Piraterie Organisationen vorab registriert. Das Schiff konnte denn auch keine regions-spezifischen Warnungen erhalten, obwohl solche nach den gemeldeten Überfällen der letzten Tage sicher hilfreich hätten sein können.

Die zur Unterbindung (offizieller Auftrag: „deter and disrupt“) der Piraterie eingesetzten internationalen Seestreitkräfte sind zu schwach, um in den weiten Seegebieten des Somaliabeckens flächendeckend so präsent zu sein, dass sie bei gemeldeten Überfällen rechtzeitig eingreifen können. Eine neue Strategie soll diesem Problem Rechnung tragen und Piraten schon neutralisieren, bevor sie in den Weiten des Indiks nur schwer zu stoppen sind. Am 24. Februar hatten die EU-Verteidigungsminister (wie in der vergangenen Woche an dieser Stelle berichtet) beschlossen, für Operation Atalanta ab Ende März das Mandat der EU NavFor um den Auftrag „enge Überwachung der Piratenhäfen an der somalischen Küste“ zu erweitern. Piraten sollen nur noch schwer unentdeckt mit Mutterschiffen oder auch kleinen Skiffs zu Beutezügen auslaufen können.

Eine ähnliche Strategie scheint bereits für die bei Operation Ocean Shield eingesetzten Schiffe der NATO zu gelten – und die NATO-Einsatzgruppe konnte auch schon eine erste Erfolge verbuchen. Am 28. Februar fing das dänische Unterstützungsschiff ABSALON unmittelbar vor der somalischen Küste ein vermutliches Mutterschiff mit einem Skiff im Schlepp ab. Die mutmaßlichen Piraten hatten sich gerade ausgerüstet und zu einem Beutezug auf den Weg ins Somaliabecken gemacht. Da sie noch kein Verbrechen verübt hatten, durften sie mit ihrem Skiff zur Küste zurück kehren. Waffen und Piratenausrüstung wurden allerdings vom Boarding Team der ABSALON konfisziert, das Mutterschiff anschließend versenkt. In der Nacht vom 1. zum 2. März fing die ABSALON vor der somalischen Küste noch zwei weitere mutmaßliche Pirateneinsatzgruppen mit ihren Mutterschiffen ab. Durchsuchungen förderten Waffen und Piratenausrüstung zutage, während die „harmlosen Fischer“ andererseits auf die Mitnahme jeglicher Fischereiausrüstung verzichtet hatten. Auch hier durften die Männer mit jeweils einem Skiff zur Küste zurück kehren; ihre Mutterschiffe wurden versenkt.

In einer Erweiterung des Engagements am Horn von Afrika hat China angeboten, nun auch Schiffe des UN World Food Programme auf dem Weg von und nach Somalia zu geleiten. Chinesische Kriegsschiffe hatten sich in ihren bisherigen Einsätzen vornehmlich auf das Geleit von Handelsschiffen durch den Golf von Aden konzentriert. Da dieser Auftrag sicher nicht aufgegeben wird, könnte das Angebot auf eine bevorstehende Aufstockung des chinesischen Einsatzkontingentes deuten. Vermutlich wird der neue Auftrag (so er denn tatsächlich erteilt wird) in Abstimmung mit der EU Operation Atalanta wahrgenommen.

 

    Aktuelle Entwicklungen bei Einsatzkräften

Am 4. März hat sich in Hainan die nächste chinesische Einsatzgruppe auf den Weg an das Horn von Afrika gemacht. Der Zerstörer GUANGZHOU (LUJANG-I-Klasse) und der Flottentanker WEISHAN HU (FUCHI-Klasse) sollen die derzeit eingesetzte Gruppe ablösen. Zum neuen Verband gehört ebenfalls die Fregatte CHAOHU (JIANGKAI-II-Klasse), die allerdings vorzeitig entsandt wurde und schon seit einigen Wochen im Golf von Aden operiert.

chinesischer Zerstörer GUANGZHOU (Foto: Michael Nitz)
Am 5. März verließ die türkische Fregatte GELIBOLU den Heimatstützpunkt Aksaz. Das Schiff der OLIVER HAZARD PERRY-Klasse soll Schwesterschiff GEDIZ (CTF-151) im Operationsgebiet ablösen, ist allerdings Teil der NATO-Einsatzgruppe SNMG-2, die in der kommenden Woche in Djibouti erwartet wird. Die derzeit in der NATO Operation Ocean Shield eingesetzte SNMG-1 wird dann nach Norden ablaufen.

Die fünfte iranische Einsatzgruppe mit der Fregatte ALBORZ und dem Tanker BUSHEER ist nach insgesamt 44 Tagen Einsatz am 6. März in den Heimatstützpunkt zurück gekehrt. Die sechste (Landungsschiff LAVAN und Munitionstransporter CHIRU) setzt ihre Operationen im Golf von Aden fort, während sich die siebte Gruppe mit der Fregatte SABALAN und dem Versorger KHARG auf ihren Einsatz vorbereitet. Sie soll am 11. März in Richtung Golf von Aden auslaufen.


CHILE (Erdbeben)

Das schwere Erdbeben und nachfolgende Tsunamis haben ganze Küstenlandstriche verwüstet und auch die chilenische Marine getroffen.

Einer ihrer Hauptstützpunkte ist die Talcahuano Naval Base, und diese liegt nur wenige Kilometer von der am schwersten betroffenen Stadt Concepcion. Natürlich blieb der Stützpunkt nicht ungeschoren. Auf den Webseiten der chilenischen Marine heißt es wörtlich: „Nach dem Tsunami ist in Talcahuano nichts mehr an seinem Platz“. Schiffe, Lagerhallen und Unterkunftsbereiche sind gleichermaßen zerstört. Aufräumarbeiten haben inzwischen begonnen. Der finanzielle Schaden lässt sich zur Zeit noch nicht einmal ansatzweise beziffern.

Talcahuano ist auch Standort der stattlichen Asmar-Werft, und auch dieser vornehmlich auch mit dem Kriegsschiffbau befasste Betrieb ist schwer getroffen. „Asmar ist praktisch nicht mehr wieder zu erkennen“. Werkshallen sind eingestürzt, Schwimmdocks auf Grund gedrückt und zur Reparatur an der Pier liegende Schiffe an Land geworfen. Nach bisher unbestätigten Berichten sollen das U-Boot CARRERA (SCORPENE-Klasse) und ein ebenfalls zur Grundüberholung bei Asmar liegendes ecuadorianisches U-Boot TYP 209 in Trockendocks der Werft „schwer beschädigt“ worden sein.

Fregatte CONDELL vor der zerstörten Küste (Foto: chil. Marine)Inzwischen sind praktisch alle fahrfähigen Einheiten der chilenischen Marine bei der Nothilfe vor der Küste im Einsatz. Namentlich genannt werden die Landungsschiffe VALDIVIA (NEWPORT-Klasse) sowie RANCAGUA und CHACABUCO (BATRAL-Klasse), die mit ihren speziellen Fähigkeiten natürlich ganz besonders geeignet sind, von See her an der Küste Hilfe zu leisten. Aber auch mindestens fünf Fregatten und das neue OPV COMANDANTE TORO sowie zahlreiche weitere kleine Einheiten und Hilfsschiffe sind im Einsatz.

In der Folge der Naturkatastrophe wird die Rolle der chilenischen Marine heftig diskutiert. Ihr Seehydrographischer und Ozeanographischer Dienst SHOA ist in Chile verantwortlich für die Herausgabe bestimmter nationaler Warnungen – wie z.B. Tsunami. Nach dem Beben war jedoch eine klare Tsunamiwarnung ausgeblieben, und die Marine geriet dafür auch sofort in die Kritik. Öffentlich warf der Verteidigungsminister ihr in einer Pressekonferenz „totales Versagens“ vor. In einer ersten personellen Konsequenz wurde am 5. März der Leiter des SHOA von seinem Posten abgelöst. Darüber hinaus hat die Marine eine interne Untersuchung ihrer Reaktionen auf die Naturkatastrophe angeordnet.


FRANKREICH

Am 4. März hat der angekündigte “Wachwechsel” beim Ausbildungsgeschwader begonnen

die TONNERRE läuft aus Brest aus (Foto: franz. Marine)Noch während das bisherige Schulschiff, der Hubschrauberträger JEANNE D’ARC, auf einer Ausbildungsreise unterwegs ist (derzeit in der Karibik), machte sich in Brest der Hubschraubertäger TONNERRE (MISTRAL-Klasse) gemeinsam mit dem Zerstörer GEORGES LEYGUES auf den Weg zur ersten Ausbildungsreise der „Nach-JEANNE Ära“. Eingeschifft sind 122 junge Offiziere und Offizieranwärter. Ziel der viermonatigen Reise ist der Indische Ozean, wo diverse Besuche in ausländischen Häfen und Ausbildungsvorhaben auf dem Programm stehen. Wie üblich wird sich der Schulverband dabei auch in laufende reale Einsätze einbinden. So werden sich TONNERRE und GEORGES LEYGUES im Arabischen Meer zeitweise der Anti-Terroroperation Enduring Freedom und am Horn von Afrika der Anti-Piraterie Operation Atalanta der EU anschließen. Wie ebenfalls seit Jahren gängige Praxis, sind die Schiffe des französischen Ausbildungsverbandes auch diesmal materiell vorbereitet, bei nahen Naturkatastrophen oder sonstigen notwendigen Hilfeleistungen (z.B. Evakuierungen bei krisenhaften Entwicklungen) kurzfristig eingesetzt zu werden. So hat die TONNERRE Hubschrauber des französischen Heeres eingeschifft.

Die JEANNE D’ARC wird im Mai in Brest zurück erwartet und dann - nach 45 Dienstjahren - auf ihre Außerdienststellung vorbereitet. Ihr Ersatz wurde seit Jahren diskutiert. Überlegt wurden Optionen wie Bau eines zusätzlichen Hubschrauberträgers der MISTRAL-Klasse oder Kauf / Leasing eines größeren zivilen Fährschiffes. Inzwischen scheint wohl entschieden, dass es keinen Nachfolger in Form eines speziellen Ausbildungsschiffes geben wird. Vielmehr sollen je nach Verfügbarkeit Einheiten der fahrenden Flotte zu Ausbildungsverbänden zusammengestellt werden und die jährlichen Ausbildungsreisen für die Kadetten durchführen. Vorteile erkennt der Marinechef vor allem in der frühen Einbindung der Offizieranwärter in den praktischen Dienst operativer Kampfschiffe, der sich doch recht deutlich vom Schulbetrieb an Bord eines Schulschiffes unterscheide. Auch könne man so den modernsten technologischen Entwicklungen in der Flotte besser Rechnung tragen, als mit einem Schulschiff, dessen permanente Nachrüstung zu aufwändig wenn nicht gar unmöglich sei.


RUSSLAND

Drei Monate nach Beginn des Ausbildungsjahres hat die russische Schwarzmeerflotte eine erste größere taktische Verbandsausbildung durchgeführt.

Landungsschiff AZOV der Schwarzmeerflotte (Foto: dt. Marine)Unter Führung des Kommandeurs der Marinebasis Novorossiysk übten zehn Kriegsschiffe aus Novorossiysk und Sewastopol im Rahmen des „Jahresausbildungsplans 2010“ diverse Aspekte der Seekriegführung (u.a. U-Jagd und Flugabwehr) und führten gemeinsame Schießabschnitte durch. Abschließender Höhepunkt der mehrtägigen Aktivitäten war am 27. Februar eine amphibische Landung, die sicher nicht von ungefähr am Strand von Abchasien durchgeführt wurde, und in die auch Kräfte der „abchasischen Küstenwache“ eingebunden waren.

Abseits vom bloßen Ausbildungsaspekt sollte wohl einmal mehr auch die politische Bereitschaft unterstrichen werden, die von Georgien abtrünnige Provinz ggf. militärisch gegen georgische „Aggression“ zu unterstützen. Erst im vergangenen Monat hatten die Präsidenten von Russland und Abchasien ein Stationierungsabkommen für russische Truppen unterzeichnet, die „in den kommenden 50 Jahren Abchasiens Souveränität und Sicherheit schützen“ sollen. Boote des russischen Seegrenzschutzes operieren schon seit dem vergangenen Jahr aus dem abchasischen Hafen Ochamchira, der offenbar für eine weiter gehende (permanente) Stationierung russischer Einheiten ausgebaut wird.

Die nun stattgefundenen amphibischen Übungen vor und an der abchasischen Küste wurden aufmerksam von der US Fregatte JOHN L. HALL beobachtet, die zur Zeit eine Schwarzmeerreise mit Besuchen bei dort beheimateten befreundeten Marinen durchführt. Aus Rumänien kommend, hatte das Schiff am 25. Februar im georgischen Poti fest gemacht, wo zwei oder drei Wochen lang Ausbildungshilfe für die georgische Marine / Küstenwache geleistet werden soll. Die langfristig geplante Fahrt der JOHN L. HALL gehört zu den jährlichen Routinevorhaben der US Navy. Die russische Marine sieht den Grund für den Schwarzmeeraufenthalt allerdings einzig allein in der Absicht, ihre Übung an der abchasischen Küste aus der Nähe zu beobachten. Dies ist natürlich abwegig, es sei denn, sie hätte ihre Übungsabsicht (mit Ort und Zeitpunkt) bereits vor Planung der Schwarzmeerreise der JOHN L. HALL „durchsickern“ lassen. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass man sich auf dem US Schiff natürlich nicht die Gelegenheit entgehen ließ, die Aktivitäten vor der abchasischen Küste zu verfolgen – und dabei zugleich auch ein demonstratives Zeichen der eigenen Verbundenheit mit Georgien zu setzen.


SPANIEN

Vor der kalifornischen US-Küste hat die Fregatte ALVARO DE BAZAN ein Raketenschießen absolviert.

FK-Start auf der ALVARO DE BAZAN (Foto: span. Marine)Das Typschiff der Klasse F-100 hatte am 3. Januar vom Heimatstützpunkt Ferrol Kurs auf die Karibik genommen und durch den Panamakanal nach San Diego verlegt. Grund der langen Reise war die nach einer System-Modifizierung notwendige Durchführung von Combat System Ship Qualification Trials, zu denen vor allem auch FK-Schießen gehört.

Am 23. Februar fand dieses Schießen nun auf der Point-Mugu Range der US Navy vor Kalifornien statt. Mit von der Partie waren auch die US Zerstörer DEWEY und WAYNE E. MEYER; beides neue Schiffe der ARLEIGH BURKE-Klasse, die vor ihrer Indienststellung (DEWEY am 6. März) ebenfalls ihre Systeme erprobten und qualifizierten.

Im Verlauf des gemeinsamen Schießabschnittes, der auch dem Nachweis der Interoperabilität zwischen beiden Marinen dienen sollte, schoss die ALVARO DE BAZAN einen Flugabwehr-FK Standard Missile SM-2 sowie fünf Flugabwehr-FK Evolved Sea Sparrow (ESSM); die Fregatte war damit das erste spanische Kriegsschiff überhaupt, von dem ESSM bei einem live-Schießen zum Einsatz kamen. Ziele waren diverse darstellende Flugkörper, die von Land oder aus der Luft gestartet wurden und unterschiedlichsten Flugprofilen folgten – vom hoch anfliegenden FK bis hin zum „Sea Skimmer“. Alle wurden – so die spanische Marine - wie geplant getroffen.

Bevor die ALVARO DE BAZAN sich nun wieder auf den Heimweg macht, stehen noch weitere Übungen mit der US Navy auf ihrem Programm.



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