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erschienen in Heft 11-2009

Deutsche Marine

    QUO VADIS DEUTSCHE MARINE?

    ZIELVORSTELLUNG MARINE 2025+

    Von Jürgen E. Kratzmann

    (Jürgen E. Kratzmann ist Chefredakteur des MarineForum)

    Die Bundestagswahl hat zu einem Wechsel in der Regierungsverantwortung geführt, damit zwangsläufig auch zu einem Wechsel sicherheitspolitischer Entscheidungen, die auf die Bundeswehr und damit auch auf die Marine ausstrahlen. Dieser Wechsel wird sich nicht radikal auswirken, der politische Weg in die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland wird etwas klarer werden, das bedeutet jedoch nicht, vor Überraschungen geschützt zu sein.

    Aber wie sieht die Zukunft der Streitkräfte dieser Republik aus, wie die der Deutschen Marine? Dazu ist zunächst eine Art Kurzbestandsaufnahme erforderlich, um festzustellen, mit welchen Aufgaben und Anforderungen die Marine konfrontiert ist, um daraus abzuleiten, welche Strukturen und Plattformen geeignet sind, dieses Aufgabenpaket schultern zu können. Nun ist es für einen Außenstehenden nicht immer leicht, in Erfahrung zu bringen, welche Informationen der Spitze der Marine zur Verfügung stehen, was sie im Detail konzeptionell denkt und wie sie daraus resultierend den Weg in die Zukunft beschreiten möchte. Aber glücklicherweise dienen öffentlich gehaltene Reden und veröffentlichte Beiträge zum Thema Zukunft der Marine – natürlich aus Sicht der Marine – nicht nur der Information des eigenen Bereichs, sondern vor allem auch der aktiven Öffentlichkeitsarbeit, um das Verständnis für die maritimen Belange der Bundesrepublik und damit auch für die Marine zu fördern. Dieser Beitrag macht den Versuch, das Gehörte und Gelesene zusammenzufassen, und um damit einen annähernd gleichen Wissensstand zu dieser Thematik herzustellen.

Foto: dt. Marine)

    Anforderungen an die Marine

Der interessierten Öffentlichkeit ist gut zu vermitteln, dass die Marine dazu beizutragen soll, die deutschen Interessen an ungestörtem und sicherem Welthandel aufrecht zu erhalten. Seeverbindungswege müssen vor den Gefahren der Piraterie und des Terrorismus geschützt werden. Gleichzeitig – und das fällt schon weniger leicht zu vermitteln – muss die Deutsche Marine aber auch auf konventionelle, regionale, militärische Konflikte eingestellt und vorbereitet bleiben. Maritime Sicherheitsvorsorge geht aber noch deutlich weiter. Sie darf nicht auf reaktive maritime Sicherungsmaßnahmen reduziert werden. Die nachfolgenden Stichworte geben einen Eindruck davon,wie vielfältig sich das Aufgabenspektrum der Marine darstellt:

  • Friedenserzwingende Maßnahmen
  • Friedensstabilisierende Maßnahmen
  • Maritime Sicherheit
  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Internationale Kooperation
  • Rettung und Evakuierung
  • Hilfeleistungen in Katastrophen- und Unglücksfällen
  • SAR über See/U-Boot-Sicherheit
  • Erhalt der Kompetenz für maritime Sicherheitsfragen
  • Dauerhafte Gewährleistung der Einsatzfähigkeit der maritimen Kräfte der Bundeswehr.

Wichtige Aufgaben sind aber auch die Krisenprävention und die Krisenbewältigung vor Ort, um den Export von Risiken und Gefahren nach Europa zu verhindern. Ziel muss es dabei sein, es gar nicht erst zu einer Gefährdung der Seeverbindungslinien kommen zu lassen. In diesem Zusammenhang bieten maritime Operationen vielfältige Möglichkeiten des abgestuften, politisch bestimmten und wohldosierten Handelns und Wirkens von See in besonders sensiblen oder gefährlichen Krisenregionen.

Foto: dt. MarineDurch den einzigartigen Rechtsstatus der Hohen See, der relativen Autarkie von Seekriegsmitteln und deren breites Fähigkeitsspektrum eröffnen Seekriegsmittel besonders wertvolle Optionen, z.B. durch die frühzeitige Positionierung von Schiffen im Rahmen einer diplomatischen Mission vor einer Küste in internationalen Gewässern. Dadurch kann sehr gut der Wille zur Krisenbewältigung demonstriert werden, ohne jedoch sofort aktiv in die jeweilige Krise eingreifen zu müssen. So kann je nach Lage entweder durch offensives Kreuzen vor einer Küste oder durch demonstratives Verlassen eines Seegebietes eskalierend oder deeskalierend Einfluss auf eine Situation in einem Land genommen werden, ohne in der betroffenen Region direkt Truppen an Land stationiert zu haben. Diese Aufgabe ist aber weder durch die Marine allein zu bewältigen, noch darf sie auf die rein militärische Sicht reduziert werden. Die Zusammenarbeit der internationalen Partner, der Teilstreitkräfte der Bundeswehr sowie aller betroffenen zivilen Stellen, das synergetische Nutzen der einzelnen Fähigkeiten und Kompetenzen sowie der ressortübergreifende Dialog sind Grundvoraussetzung eines erfolgreichen Krisenmanagements.

 

    Zielvorstellung Marine 2025 Plus

Ein Blick in die längerfristige Zukunft der Marine erinnert an das bei Wahrsagern bewährte Schauen in die Kristallkugel. Dennoch war die Marine gut beraten, den Versuch zu unternehmen, bereits frühzeitig eine Antwort auf die Frage zu geben, wohin sie sich entwickeln will. Eine hochrangige Arbeitsgruppe hat daher im Auftrag des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, im vergangenen Jahr untersucht, über welche Fähigkeiten die Marine künftig im Gesamtspektrum der Bundeswehr verfügen soll. Es ging konkret darum, eine Zielvorstellung der Marine (ZVM) für einen langfristigen Zeithorizont bis zum Jahr 2025 – und darüber hinaus – zu entwickeln. Die Kernfrage der Untersuchung lautete: Was ist künftig wo mit welcher Ausprägung durch die Marine zu leisten?

Die Anfang November 2008 dann durch den Inspekteur der Marine gezeichnete ZVM 2025 + soll Antwort geben auf die gestellte Kernfrage und beantwortet sie durch eine grobe Abschätzung, wozu die Marine in welchem Maße zukünftig befähigt sein muss, um die ihr erteilten Aufträge auch erfüllen zu können. Letztlich skizziert die ZVM die hierzu erforderlichen Mittel für eine Flotte des Jahres 2025 und danach. Dabei berücksichtigt die ZVM insbesondere die streitkräftegemeinsame Ausrichtung der Marine. Die Zielvorstellung stellt keine Konzeption der Marine dar, sie dient vielmehr als marineinterne Grundlage für die Beteiligung am streitkräftegemeinsamen Planungsprozess in der Gesamtverantwortung des Generalinspekteurs der Bundeswehr. Unter diesen Prämissen hat die Marine mit der ZVM ganz bewusst einen Blick in die Zukunft jenseits des aktuellen Haushaltsplans in die Jahre nach 2025 getan.

Damit stellt sich allerdings für Außenstehende die Frage, warum durch die Marine ein derartiges Dokument erarbeitet wurde. Der erste wesentliche Grund für diesen Schritt war die durch den Generalinspekteur der Bundeswehr vorgenommene Weichenstellung vom Dezember 2007, in dem die »Konzeptionellen Grundvorstellungen zur Nutzung der See als Basis für streitkräftegemeinsame Operationen« – kurz KGv Basis See – von ihm gebilligt wurden. Der zweite Grund für die Erarbeitung der ZVM war, dass das aktuelle Koordinatensystem der Marine in Teilbereichen beginnt, neue Formen anzunehmen.

Drei Belege dafür seien hier erwähnt:

  • Die aktuelle Diskussion über das Thema »Maritime Sicherheit« und der deutschen Beteiligung bei der »Bekämpfung der Piraterie « am Horn von Afrika unter der Flagge der Europäischen Union (EU),
  • die Beteiligung an der »European Carrier Group Interoperability Initiative« und die Teilnahme einer Fregatte Klasse 124 an einer Carrier Strike Group der US-Navy in 2010,
  • die Tatsache, dass sich ein 1:1 Ersatz der Plattformen der Marine bereits seit längerer Zeit finanziell nicht mehr durchhalten lässt.

Die Marine hat die vorstehenden Aspekte in der ZVM eingehend analysiert und sich dabei an nationalen Vorgaben, Entwicklungen in den Vereinten Nationen, der NATO und EU und internationalen Trends in der Welt und bei den Partnernationen orientiert. Am Anfang der Arbeit an der ZVM stand die Analyse des sicherheitspolitischen Rahmens und aktueller Trends. Nur vier seien hier exemplarisch genannt:

  • Deutschland liegt im Zentrum Europas – keine Nation innerhalb der EU hat mehr Nachbarn als wir. Deshalb werden die deutschen sicherheitspolitischen Interessen und die strategischen Rahmenbedingungen auch künftig im Grundsatz unverändert bleiben; gleichwohl wird es in Teilbereichen aufgrund neuer Anforderungen zu deutlichen Verschiebungen kommen.
  • Die Vereinten Nationen werden angesichts der bei United Nations Interim Force of Lebanon (UNIFIL) vor dem Libanon gemachten guten Erfahrungen auch künftig auf maritime Mittel zurückgreifen.
  • Die NATO wird im Jahr 2025 weltweit operieren; die Deutsche Marine bleibt tief in die NATO integriert, dies bedingt weitergehende Interoperabilität.
  • Die Rolle der EU gewinnt an Bedeutung; integrierte europäische Streitkräfte werden um 2025 – wenn überhaupt – aber nur auf niedrigem Niveau realisiert sein.

Als Fazit ist davon auszugehen, dass die Bundesrepublik Deutschland auch in Zukunft nicht auf eigene maritime militärische Fähigkeiten wird verzichten können: Die Deutsche Marine bleibt auch jenseits des Jahres 2025 relevant. Das war die gute Nachricht – die schlechte ist, dass die Wahrscheinlichkeit eines größer werdenden finanziellen Handlungsrahmens für die Bundeswehr eher als gering eingeschätzt werden muss.

Foto: dt. MarineInnerhalb des Aufgabenspektrums der Bundeswehr werden Konfliktverhütung und Krisenbewältigung weiterhin als die wahrscheinlichsten und damit als die strukturbestimmenden Aufgaben bewertet. Künftig wird es für die Deutsche Marine darum gehen, im Zusammenwirken aller Kräfte die See als Basis zu nutzen, um in einem Einsatzland eine gewünschte Wirkung zu erzielen. Entscheidend hierfür sind rasche Verfügbarkeit sowie Durchhalte- und Durchsetzungsfähigkeit in potenziellen Krisenregionen weltweit und damit nicht mehr regional eingegrenzt. Die NATO hat hierfür den Begriff der Fähigkeit zu »Expeditionary Operations« geprägt. Darüber hinaus hat der Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung weiterhin einen hohen Stellenwert. In diesem Zusammenhang gewinnt der Beitrag der Marine zu maritimer Sicherheit zukünftig ein höheres Gewicht.

Die Deutsche Marine wird sich daher – konsequent im Sinne der KGv Basis See – hin zu einer »Expeditionary Navy« weiterentwickeln. Sie muss ihre Fähigkeiten ausbauen, um Kräfte an Land von See aus unterstützen zu können.

Diese beiden Felder skizzieren die beiden Grundprinzipien der künftigen konzeptionellen Ausrichtung der Marine:

  • zum einen der Expeditionary-Charakter der Marine (Stichwort: Project)
  • und zum anderen der Schutzcharakter (Stichwort: Protect).

Beide Prinzipien sind eng miteinander verzahnt und finden sich in unterschiedlicher Ausprägung in der Konzeption der Bundeswehr und im Weißbuch von 2006 wieder. Die weitere Entwicklung der Marine zu lang andauernden Einsätzen (auch) in großer Entfernung und unter Bedrohung vor fremden Küsten einerseits, und der Fähigkeit zum Schutz der Küstengewässer und Seeverbindungslinien Deutschland und seiner Verbündeten andererseits wurden daher als gleichwertige Prinzipien der konzeptionellen Ausrichtung für die Deutsche Marine niedergelegt. Die Zielvorstellung leitet die hierfür erforderlichen Fähigkeiten und Mittel in qualitativer und quantitativer Abschätzung für eine Flotte des Jahres 2025 konzeptionell her. Dabei wurden auch die Stärken und Schwächen der Deutschen Marine im Vergleich mit anderen europäischen Marinen analysiert.

In Abgrenzung zu den von diesen Partnermarinen verfolgten Schwerpunktsetzungen, insbesondere im Bereich von Flugzeugträgern und amphibischen Fähigkeiten, strebt die Deutsche Marine eine dazu teilweise komplementäre Entwicklung an. Sie berücksichtigt vor allem die Stärken der Deutschen Marine bei Operationen in Küstenregionen und bei der Durchhaltefähigkeit konventioneller Seekriegsmittel wie Fregatten und U-Booten. Das Ergebnis stellt das konzeptionell schlüssig abgeleitete Ziel für den Kurs der Marine in Richtung des Jahres 2025 und darüber hinaus dar: eine Marine mit ausgewogenen Fähigkeiten sowohl zum Schutz von Seewegen und Seeräumen auf der einen Seite, als auch mit Fähigkeiten einer durchsetzungsfähigen Expeditionary Navy auf der anderen Seite. Der mit der ZVM vorgegebene Anspruch ist ehrgeizig. Unter den anhaltenden Ressourcenzwängen werden auch künftig Priorisierungen und Kompromisse notwendig bleiben.

 

    Anforderungen an den Marineschiffbau

Foto: dt. MarineDamit stellt sich die spannende Frage, welche Anforderungen daraus an den Marineschiffbau abzuleiten sind: Welche Konsequenzen ergeben sich für die Marine als Bedarfsträger, die Hauptabteilung Rüstung als Bedarfsdecker und die Marineschiffbauindustrie und ihrer Zulieferer als dem Auftragnehmer? Auch hierzu gibt die Zielvorstellung Marine 2025 erste Grobskizzen. Künftig wird es noch stärker darauf ankommen, der zunehmenden Einsatzauslastung der Schiffe und Boote und ganz besonders den Einsatzbelastungen der Besatzungen Rechnung zu tragen, indem die Lasten gleichmäßiger und auf mehr Schultern verteilt werden. Mehrbesatzungskonzepte, also eine Trennung von Plattform und Besatzung, werden in diesem Zusammenhang in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen. Ebenso werden zukünftig Plattformen stärker als bisher von den auf ihnen abzubildenden Fähigkeiten zu trennen sein. Modulare Subsysteme – bemannt wie unbemannt – bieten dazu vielfältige und flexible Einsatzmöglichkeiten.

Bei der Realisierung von Plattformtypen ist der Aspekt der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel von zentraler Bedeutung. Es ist grundsätzlich nicht zu erwarten, dass für die Marine zukünftig – trotz der gestiegenen Wahrnehmung der Bedeutung der Seewege in der Öffentlichkeit – wesentlich mehr Finanzmittel bereitgestellt werden. Insofern lautet die erste, vergleichsweise schlichte Folgerung: Marineschiffbau muss für den öffentlichen Auftraggeber betreibbar und bezahlbar sein. Dazu ist es erforderlich, dass einerseits die Marine sich in Bezug auf operative Forderungen disziplinieren muss, denn diese stellen einen maßgeblichen Kostenfaktor dar. Andererseits kann die Marine von der Hauptabteilung Rüstung und der Werftindustrie die Bereitschaft zur Suche nach innovativen, kostengünstigen Lösungen für die Fähigkeitsforderungen der Marine erwarten. Schließlich gilt auch in Zukunft, dass jeder Fähigkeitsaufwuchs sich am dafür zu treibenden Aufwand gemessen werden muss.

 

    Ausbildungs- und Rüstungsunterstützung

Es zeigt sich parallel zu den laufenden Einsätzen, dass zunehmend auch Ausbildungsunterstützung von Partnernationen Teil der militärischen Auftragserfüllung ist. Das ist sinnvoll und dient der langfristigen Stabilisierung einer Krisenregion. Das Gleiche gilt für die Unterstützung von Rüstungsexporten durch den Aufbau besonderer bilateraler Beziehungen zwischen der Deutschen und Empfängermarinen. Auch damit lassen sich Kooperation, Vertrauen und Stabilitätstransfer erreichen. Insofern gewinnt die Ausbildungs- und Rüstungsunterstützung eine dem Einsatz durchaus nahe kommende Wertigkeit.

Diese Aufgabe wird aber derzeit durch die Streitkräfte im Rahmen sog. freier Kapazitäten erfüllt. So jedenfalls die Theorie. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Marine diese freien Kapazitäten schon seit längerer Zeit gar nicht mehr hat. De facto gehen diese Unterstützleistungen zulasten des laufenden Betriebes. Diesen Spagat kann keine Marine lange durchhalten. Es wird daher darauf ankommen, den – insbesondere politisch – als notwendig und sinnvoll erachteten Aufgaben auch die entsprechenden Ressourcen zuzuweisen und dabei auch den wirtschaftlichen Nutznießer dieser Leistungen – also die Rüstungsindustrie – angemessen in die Pflicht zu nehmen.

 

    Ausblick

Welche Tendenzen für die Entwicklung der Plattformen und damit der Fähigkeiten der Marine lassen sich aus der ZVM ableiten?

  • Die Flotte nach 2025 wird weniger Flaggenstöcke haben, als dies heute der Fall ist, gleichzeitig sind neue Fähigkeiten erforderlich. In der Tabelle ist der Vergleich zwischen der Flotte heute und die aus der ZVM abgeleiteten Tendenzen für jeden Plattformtyp dargestellt.
     
  • Der Umfang an Bordhubschraubern (BHS) und Unmanned Aerial Vehicles (UAVs) bedarf einer gesonderten Betrachtung. In erster Abschätzung ergibt sich Erfordernis von bis zu 60 BHS und – bei grundsätzlich 2 UAVs pro Korvette – rund 25 UAVs.
     
  • Die Schiffe der Zukunft werden mit zahlenmäßig geringeren Besatzungen fahren, bei gleichzeitiger Anhebung der Dienstgradstruktur. Die Automation an Bord wird weiter zunehmen. Mit dieser Tendenz wird sich die Struktur einer Besatzung signifikant verändern und das in Zeiten außerordentlicher Personalknappheit.

Die Marine stellt die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr bereit. Deren Nutzbarkeit im Einsatz ist der entscheidende Faktor für die Relevanz der Marine. Dabei muss es gelingen, die Balance zwischen zukunftsfähiger Weiterentwicklung bei gleichzeitig hoher Einsatzintensität zu halten.

Die Einsatzorientierung wird weiterhin im Vordergrund stehen. Zugleich behält die Marine ihre besondere Verantwortung für die maritime Sicherheit Deutschlands. Die deutsche Marine ist darauf eingestellt, diesen Beitrag im Zusammenwirken mit Partnern, ganz besonders auch dem Marineschiffbau, zu erbringen.

Die ZVM 2025 + stellt allerdings – und dies muss an dieser Stelle noch einmal betont werden – ein marineinternes Dokument dar, welches als Grundlage für die Beteiligung am streitkräftegemeinsamen Planungsprozess in der Gesamtverantwortung des Generalinspekteurs dient. Erst nachdem der neue Bundestag die Beratungen zum Haushaltsgesetz 2010 und danach abgeschlossen hat, wird sich in diesem Planungsprozess die Bestandsfähigkeit der Zielvorstellungen der Marine – vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und den daraus resultierenden Planungsprioritäten des Generalinspekteurs der Bundeswehr – erweisen.


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